Midi Fight Club @ Tresor, Berlin – Der Bericht!
Nach vier Jahren ständigen Wachstums war es an der Zeit für ein offizielles Treffen der DJTechTools-Community. Dieser Eintrag ist ein Bericht über das Event und seine Planung. Oben drauf gibt es auch noch eine Tipps für die unter euch, die selber eine geile Party schmeißen wollen.
Wie alles begann…
Da die meisten DJTechTools-Mitglieder (überraschenderweise) DJs sind, war es klar so ein Treffen in Form einer Party aufzuziehen. Im Oktober 2009 wurde erstmal im Forum vorgeschlagen eine Party in Deutschland zu machen. Ich war sofort begeistert von der Idee und da ich am Wochenende oft in Berlin bin, übernahm ich die Planung.
Die Ziele
1) Die Deutsche DJTechTools-Gemeinde für DJ-Sets und ein Treffen zusammenbringen
2) Den weniger-erfahrenen Leuten eine Chance geben in einem Club zu spielen
3) Mehr Leuten die Welt des DJings die über Turntables und CDJ’s hinausgeht näher zu bringen
Es schien eine gute Idee zu sein klein anzufangen, also zielten wir auf eine Feier für 300 Leute ab. Gut…am Ende sah es etwas anders aus. Es waren über 1.000 Leute im Berliner Tresor. In einer Umfrage wurde entschieden, dass die Party im Sommer stattfinden soll. Ean, der Chef von DJTechTools, hat mich mit Native Instruments verbunden, die ihrerseits auf einen lokalen Promoter hingewiesen haben. Glücklicherweise kannte dieser Berlin’s Musikszene, Leute die man ansprechen muss und hatte generell einen Plan davon wie man eine erfolgreiche Party schmeißt.
Wenn du keine Ahnung hast wie man den Stein ins Rollen bringt, dann hol dir Rat von Jemanden der es weiß oder sucht euch einen Promoter, der die Szene in der Stadt kennt. Dieser kriegen bei Labels und Hotels auch oft bessere Konditionen wegen ihres wiederkehrenden Geschäfts.
Der Promoter konnte den Tresor an einem Freitag Abend zu buchen. Das war auf der einen Seite super, weil der Tresor ein sehr bekannter Club ist, auf der anderen Seite stieg auch der Druck, da dieser auch viel größer war als das mit dem wir ursprünglich planten. Man braucht schon so 900 Leute, damit die Labyrinth-artige Struktur des Clubs nicht leer aussieht. Dadurch war es nötig mindestens einen bekannten Headliner mit ins Boot zu holen um genügend Leute hineinzuziehen.

Die Sponsoren
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Vielen Dank an Native Instruments und Markus, dem Eigentümer meines Lieblings DJ-Ladens namens AudioPalace, für ihre Sponsorengelder!
Verbessert die finanzielle Ausgangssituation für eure Party indem ihr versucht Sponsoren dafür zu begeistern. Dabei kann es sich um Familienmitglieder, Freunde oder Firmen handeln. Das nimmt ausserdem viel Druck von euch, wenn ihr derjenige seid der für die Feier und damit auch für Verbindlichkeiten verantwortlich seid. Seid auf die Frage vorbereitet was ihr im Gegenzug den Sponsoren zu bieten habt. Das könnte wie im Fall des Midi-Fight-Clubs das Buchen einer der bei der Firma unter Vertrag stehenden DJs sein.
Die Headliner
Ich wollte einen lokal bekannten DJ und einen mit überlegenen Controllerism-Fertigkeiten haben, deswegen entschied ich mich für den bei Boyz Noize Records unter Vertrag stehenden Strip Steve und den aktuellen DMC Champion DJ Shiftee. Native Instruments half mit Shiftee’s Flug zu stemmen, aber weil wir den schlauerweise eine Woche vor der Party gebucht haben, war er viel teurer als das mit dem wir gerechnet haben.
Fangt so zeitig wie möglich an die Künstler, ihre Flüge und Hotelunterkünfte zu buchen! Wenn man das zwei bis drei Monate vor der Veranstaltung erledigt, ist man auf der sicheren Seite. Als Belohnung warten niedrigere Preise und besser verfügbare Künstler auf euch.
Promotion

Als alles in Sack und Tüten war, hatten wir noch drei Wochen um die ganze Veranstaltung ordentlich zu bewerben. Es gab Flyer (nochmal vielen Dank an Controlled Demolition), und einen Post hier. Native Instruments und Numark haben darüber auf ihren Facebook-Seiten geschrieben und DJTechTools hatte einen Banner in der Sidebar. Ich sprach auch mit den Berliner Radio-Sendern MotorFM und Fritz. Während auf Ersterem das Event öfters erwähnt wurde, lud Radio Fritz Shiftee und mich zu einem Interview und einer kurzen Performance ein. Das war super Werbung für das Event und die Prinzipien des digitalen DJings generell. Ihr könnt euch das Interview und die Performance hier ansehen:
Obwohl unsere Promotion sehr dünn war, glaube ich immernoch, dass die Werbung der Radio-Sender die meisten der ca. 850 bezahlenden Gäste (+ weitere 200 auf der Gästeliste) angezogen hat. Einige Stammbesucher des Tresors sagten mir, dass die Leute an diesem Abend anders waren, als die Leute an einem regulären Abend.
Wenn eure Veranstlatung (oder das Lineup) interessant ist, könnte es das auch für ortsansässige Radiostationen oder Zeitschriften sein. Wenn ihr diese dazu kriegt über euer Event zu berichten, ist das großartige Promotion – und für gewöhnlich gratis.
Die Party
Wir hatten das Glück eine musikalisch offene Crowd beschallen zu dürfen, die die musikalische Bandbreite der einzelnen Acts zu schätzen wusste. Anstatt euch jetzt weiter zu erzählen wie toll es war, schaut euch einfach das Video zum Event an:
Vielen Dank an “Honestly Who”, der das Video zusammengeschnitten hat und auch das meiste Material dafür selbst gesammelt hat
Leider hat nicht alles reibungslos funktioniert. Die Party war zwar ein großer Erfolg, aber am Ende habe ich trotzdem Geld verloren durch Shiftee’s teuren Flug. Ich konnte leider auch nicht die gesamten Aufwände der DJTechTools-Mitglieder decken. Es gab Ärger mit dem Hotel (Es verwundert mich immer noch welches DJ-Paar die Band-Suite genommen hat und nicht geschnallt hat, dass diese eigentlich für 5 Leute ist).
Am Abend eurer Party, seid ihr der große Zampadu, aber ihr solltet euch nicht so benehmen. Bringt Kellner, Barkepper, Security und den Nightmanager auf eure Seite. Sie können euer Leben noch höllischer machen, als es an dem Abend eh’ schon ist.
Was haben die DJs zu sagen?
Ich habe alle DJs nach ihrer Eindrücken, Erlebnissen und Setup gefragt. Dazu sagten sie Folgendes:

“Ich war Opener auf dem Globus Floor und habe einen Videomix mit VirtualDJ zum Besten gegeben. Der Floor füllte sich ziemlich schnell. Nach einer Stunde hatte ich die Crowd in meiner Hand. Sie haben sich die Füße und wundgetanzt oder sind zumindest durch den Videomix in Stimmung gekommen. Ich verstand zum ersten Mal wie wichtig Crowd-Control und Bar-Rotation sind.
I was the opener on the Globus Floor hitting a Videomix with Virtual DJ. Even though I opened, the floor was filling up quickly. One hour into my set the crowd totally went with me, dancing their butts off or enjoying the Videomix. For the first time I understood the benefits of crowd-control and bar-rotation. Dieser Artikel half mir sehr gut zu verstehen, wie ich das zu meinen Gunsten nutzen kann.
Setup: Samsung R780, DJ-Tech i-Mix Reload, Korg nanoPad, Virtual DJ (Videomix)

“Obwohl ich Opener in der +4 Bar war, war die Bude schon um 1 Uhr am kochen. Leider war die PA nicht besonders kraftvoll. Ich musste den Mixer bis in den roten Bereich bringen um eine ausreichende Lautstärke zu gewährtleisten. Es war eine tolle Sache die Leute zu treffen, mit denen ich normalerweise nur über das Forum kommunizierte. Darüber hinaus mochte ich die Vielfalt der EDM-Genres die an dem Abend gespielt wurden.
Setup: MacBook Pro, Audio 8 DJ, Vestax VCI-100, Korg nanoPad (for Cue-Points), Korg nanoKontrol (for effects), Traktor Pr

“Das war mein erstes Mal, dass ich in einem Berliner Club spielte. Die Crowd war voll dabei, einige tanzten bis 10 Uhr morgens. Für Berliner scheint das nichts Besonderes zu sein, aber für einen New Yorker wie mich, ist das beeindruckend. Die Atmosphäre und Einstellung der Leute waren unglaublich erfrischend. Keine Anmaßungen, kein “Guck mal wie cool ich bin” oder “du bist nur Jemand wenn du ein Model bist oder eine Flasche kaufst:” Es ging nur um die Musik – das ist was ich liebte! Nach meinem Set bekam ich mit, dass mein Hosenstall die ganze Zeit offen stand.”
Setup: Macbook Pro, 2x Technics 1210 MK2 (timecode), Xone:92, NI Kontrol X1, NI Maschine as Midi-Controller, Traktor Scratch Pro
“Da ich nicht wirklich zum Spielen kam, hatte ich viel Zeit mich umzusehen. Die Sets waren ziemlich sauber, aber ich sah kaum “Midi-Fighting” außer bei Shiftee. Strip Steve musste sich von mir Kopfhörer leihen, weil er seine Eigenen vergessen hatte. Das beste an der Party war es die Leute zu treffen, die daran mitgewirkt haben, und das Michelberger Hotel.”
Setup: Macbook, IBM W701, RME Fireface 400, 2x vestax pdx3000, Ecler Evo5, Akai APC80, Akai LPD8 Obwohl er das ganze Zeug mitgeschleppt hat, konnte er es traurigerweise nicht benutzen
Funk-A-Tron

“Es hat Spaß gemachen die +4 Bar zu rocken und die Crowd war großartig; Sie sind wirklich gekommen um die Sau rauszulassen! In der Mitte meines Sets bekam ich Latenzprobleme. Ich hörte viel Knacken und Kistern. Nachdem ich mein Pokerface aufgesetzt habe, zog ich die Musik runter, erhöhte die Latenz und hab die Musik wieder angeschmissen. Nachdem sie wieder losging, sind die Leute durchgedreht. Auf eine merkwürdige Weise, haben die Latenzprobleme so zur Stimmung beigratragen. Für mich war der Midi-Fight-Club eine Erfahrung an die ich mich gern zurückerinnern werde.”
Setup: Macbook Pro, Vestax VCM-600, Evolution UC-33e (for effects) routing Traktor Pro through Ableton Live (4 Traktor decks and two sample and loop-decks)

“Ich habe eine back-to-back-Set mit einem meiner DJ-Freunde aus Koppenhagen gespielt. Wir sind es gewohnt zusammen in Clubs zu spielen, aber bisher war nie einer dabei in der Größe des Tresors. Wir freuten uns lange auf diese Nacht, besonders weil die Berliner Clubber auf unsere Musik stehen – deeper und harter Techno. Die Leute haben gänzlich unsere Erwartungen erfüllt. Wir finden an mit leicht verdaulichen Techno, aber die Leute wollten immer härtere Tunes. Schlußendlich schienen sie mit unseren härtesten Techno-Tracks zufrieden zu sein. Alle waren energiegeladen von den hart-pumpenden Beats. Was für eine Crowd, was für ein Ort, was für eine Party! “
Setup: MacBook Pro, Ecler Evo 5, 2x Technics 1210 MK2 (timecode), Traktor Scratch Pro

“Als wir begannen unser Zeug aufzubauen, sagte uns der Nightmanager, dass er die +4 Bar schließen wird. Darüber Controlled Demolition, Eric und ich alles andere als erfreut. Glücklicherweise hat Hedgehog seine Spielzeit mit uns geteilt, so dass wir eine Stunde hatten um den Globus-Floor zu rocken. Wir fingen an mit Dubstep, aber uns wurde später nahegelegt zu Electro zu wechseln. Wir sind noch bis zum Ende bei Restricted Sessions geblieben und danach zurück ins Hotel. Alles in allem, hatten wir eine gute Zeit und es war schön die DJTT-Leute auch mal im richtigen Leben zu treffen.”
Setup:
Müller: Asus Eee PC, NI Audio Control 1, NI Kontrol X1, Behringer BCD-3000, Traktor Scratch Pro
Graf: Sony Vaio Notebook, NI Audio8DJ , Vestax VCI-100SE, Traktor Scratch Pro

Ist schon irgendwie doof mich selbst zu zitieren in meinem eigenen Blog, aber egal.
“Die +4 Bar wurde ohne meine Erlaubnis geschlossen, was zur Folge hatte, dass Controlled Demolition und Müller & Graf nicht spielen konnte. Das mit Müller & Graf konnte ich regeln, aber Controlled Demolition habe ich bei dem ganzen Stress total vergessen – was ich sehr bereue. Als ich fertig war, bin ich mit Honestly Who und Shiftee in eine Bäckerei gab es neben ner total besoffenen Alten die Shiftee ans Leder wollte, Frühstück und schmackhafte DJ-Gespräche. Als wir um 8 Uhr zurück in den Tresor gingen, war ich froh, dass Restricted Sessions endlich da waren und uns mit ihrem hypnotischen Progressive-Set verwöhnten. Ich komme immernoch nicht darüber hinweg, dass zu dem Zeitpunkt mehr Leute im Tresor waren, als vor dem Frühstück. Die merkwürdigste Sache die ich an dem Abend gesehen habe, war ein Kerl der DEN GANßEN ABEND lang Dehnübungen gemacht hat”
Setup: Thinkpad T61, Vestax VCI-300 (for 4-deck control), Vestax VCI-100 (for effects), Akai MPC-1000 (for added samples and loops), Traktor Pro, Alesis Palmtrack to record the sets

”Wir hatten einen langen Weg vor uns kommend aus Holland. Das Equipment haben wir auf der Rücksitzbank des Volvo’s installiert, so dass wir die ganzen Zeit Beats durchs Autoradio schießen konnten. Nachdem wir knapp drei Stunden durch Berlin jagten (wer wusste, dass es mindestens 20 Köpenicker Straßen gibt?) haben wir 20 Minuten vor unserem Set schließlich den Tresor erreicht. Uns wurde direkt auf die Nase gebunden, dass nachdem wir 30 Minuten spielen würden, entschieden wird ob der Tresor-floor oder der Globus-floor geschlossen wird. Glücklicherweise konnten wir weiterspielen und die Party ausklingen lassen. Wir hätten nie gedacht, dass der Tresor, als Minimal- und Technoclub, seine warmen Arme für einen Progressive-Act wie uns öffnen würde.”
Livesets
Ihr konntet also nicht da sein? Es gibt trotzdem keinen Grund traurig zu sein. Bis auf zwei Livesets haben wir alle aufgezeichnet. Ihr könnt sie mit unserem eigenen Official.fm-Player (war mal Fairtilizer) anhören und auch runterladen:
Danksagungen
Danke an alle die beim Midi-Fight-Club mit involviert waren (besonders die DJs und Sponsoren). Ihr habt das Event möglich und zu etwas Besonderem gemacht. Für einen weiteren Midi-Fight-Club in 2011 sieht es ganz gut aus. Werdet von von unserer Facebook-page um immer auf dem neuesten Stand zu sein! Demnächst werde ich auch an www.midifightclub.com arbeiten.















Das Problem mit dem nicht-motorisierten pitch fader – Gut gelöst Numark!

